Galerie
2012
Workshop — Heika in hohen, runden, bauchigen Vasen
6. Februar 2012
Am Montag, dem 6. Februar 2012 konnte die Präsidentin, Frau Angelika Kilp, die SAGA- Meisterin, Frau Ann Buch mit ihrer Assistentin Frau Jacqueline Feissli und 13 Teilnehmerinnen (1 Adachi, 2 Ikenobo, 1 Misho, 4 Ohara, 4 Sogetsu) im Gemeinschaftszentrum Riesbach zum Workshop HEIKA in Vasen begrüssen.
An jedem Platz lagen 4 Ruskuszweige und wir erhielten 3 Seiten mit Informationen über die Geschichte, Entwicklung und Formen der SAGA-Schule, sowie Anleitungen zum heutigen Thema. Die SAGA-Goryu ist eine alte Ikebana-Schule und geht auf den Kaiser SAGA zurück (780-842) und in seinem geliebten Saga ein Landschloss errichten liess. Noch heute ist der Sommerpalast der Hauptsitz der Schule in Kyoto. Nach seiner Thronabsage 823 wurde nach chinesischem Vorbild der Osawa-Teich mit zwei Inseln und einem grossen Stein dazwischen in seinem Schlossgarten angelegt. An einem schönen Herbstabend pflückte Kaiser SAGA bei einer Bootsfahrt auf dem See auf einer Insel eine Chrysantheme, brachte sie ins Schloss, stellte sie in eine Vase und erkannte das Dreierprinzip der Natur im ungleichseitigen Dreieck mit Himmel-Mensch-Erde.
Die Workshopleiterinnen hatten bereits verschiedene Vasenbeispiele vorbereitet. Heika ist ein freier, natürlicher Stil in hohen-, schlanken-, bauchigen- oder Kugelgefässen mit Zweigen TAI in aufrechter, geneigter und hängender Form. Blätter und Blüten TOME halten das Arrangement auf schöne, persönliche Art zusammen und sind und sind vorn, hinten, seitlich oder zweiteilig bei den TAIS angeordnet.
Um die Zweige ohne Kenzan in die gewünschte Position zu bringen, wird das Ende im rechten Winkel eingeschnitten, ein Querhölzchen eingefügt, mit Draht, Band oder Bast befestigt und in der Öffnung platziert. Sollte der Stiel zu dünn sein, wird er in einem stärkeren Zweigstück fest eingeklemmt oder angebunden. Für die farbige Ergänzung standen orangefarbige Nadelkissen, rote,rosa Ranunkeln, Schleierkraut und Farn zur Auswahl. Weil die Pflanzen häufig flach geneigt am Rand aufliegen, muss das Gefäss bis oben aufgefüllt werden und man kann es auf ein Brett stellen. Während Körbe keine Unterlagen erhalten, wirken Schalen gut auf Bambusrohrplatten.
Die unterschiedlichen Kreationen wurden auf dem Rundgang von der Meisterin leicht korrigiert, gegenseitig betrachtet und fotografiert. Zum Schluss wurden wir von Robert Obermaier mit prickelden „Crement de Loire“ und feinen Orangensaft verwöhnt. Frau Angelika Kilp dankt der Meisterin und ihrer Assistentin mit Süssigkeiten und wir sagen Dankeschön der Leitung für den gelungenen Workshop, der Organisation, den Helfern, den Spendern für den feinen Imbiss und begaben uns bei eisigem Wind und unangenehmer Kälte auf den Heimweg.
Renate Beurer — Chronistin
