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2011

Ohara WorkshopGiardina 2011Misho WorkshopSogetsu Workshop


Workshop — Traditionelle Landschaft im Vorfrühling

7. Februar 2011

Am Montag, dem 7. Februar 2011 konnte Isabelle Vautravers 16 Teilnehmerinnen ( 1 Adachi, 4 Ikenobo, 1 Misho, 10 Ohara, davon 5 Schülerinnen ) im Gemeinschaftszentrum Riesbach zum Workshop Traditionelle Landschaft im Vorfrühling- Modern interpretiert begrüssen und erklärte uns auch die 3 vorbereiteten sehr unterschiedlichen Arrangemente: Landschaften im Traditionellen Stil, eine Spezialität der Ohara-Schule, die Unshin Ohara, Gründer der Schule vor über 100 Jahren als besondere Form eines Moribana in natürlicher Gestaltung, dreidimensional in verschiedenen Höhen und Tiefen mit bestimmten Pflanzenkombinationen entwickelt hat.


Nach Standort des Betrachters gibt es den Fernblick, wo ein dicker Ast einen Baumstamm im Wald symbolisiert, im Mittelblick wird ein Busch dargestellt und beim Nahblick werden oft Blätter und jeweils kleine Blüten verwendet. Meistens sind die Kreationen zweiteilig, bestehen aus gut zueinander passenden Materialkombinationen und die Bodenabdeckung in natürlicher Linie, die je nach Jahreszeit Wasserfläche zeigt. Im Winter weniger als ein Viertel - im Sommer mehr, bis über die Hälfte, um Kühle und Frische zu vermitteln. Normalerweise wird für die Grünfläche Club Moos verwendet, aber es eignen sich auch dicht gesetzte Blütenköpfe oder Petersilien- / Asparagusbüschel. Meistens werden für die Halterung Kenzane benutzt, aber bei der Sonderform mit Iris im Frühsommer kommen Shipos im Wasser sichtbar zum Einsatz.


Bei der Realistischen Landschaft gibt es zwar auch Gestaltungsprinzipien, die Regeln sind aber offener und es dürfen öfter Blätter, Gräser und auch Wurzeln verwendet werden. Überhaupt sind die Werke ein Ausdruck des Gefühls, zeigen die Jahreszeit und richten sich manchmal nach ortsüblichen oder Import-Pflanzen.


Kommen wir zum Thema: Modern interpretiert - auch auf Vorlagen basierend führt uns Elisabeth Strauch stufenweise den Aufbau der Wasserreflex-Form vor. An jedem Platz lagen bereits 5 Drachenweidenzweige, die aus einem Zentrum auf dem Kenzan am oberen Schalenrand sanft emporsteigen und einen übers Wasser ragenden Busch darstellen sollen.Der Hauptzweig führt schräg über die imaginäre Mitte über das Gefäss hinaus und die anderen Zweige werden in ihrer besten Erscheinung dazu geordnet. Als kleine Gruppe werden in verschiedenen Höhen 3 hübsche Schachbrettblümchen vorn seitlich platziert. Als grüner Boden werden hier zusammen gedrehte Asparagusbündchen in uferähnlicher Linie gesetzt, die nicht über den Schalenrand erscheinen sollen.


Es ist immer sehr interessant, neue Formen näher kennen zu lernen und die Grundideen auch zu erfahren. Nach dem Fotografieren, gegenseitigem Betrachten unserer Gestecke, sowie der Korrekturen durch die beiden Leiterinnen, konnten wir uns noch schnell an dem köstlichen Imbiss stärken und bei der Organisation, den Leiterinnen, Helfern und Spendern bedanken.


Renate Beurer — Chronistin

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Giardina 2011 — Garten- und Lifestyle Messe Zürich

16. — 20. März 2011


Diesmal war alles ganz ganz anders. Mit dem Thema INSPIRATION GANZ GROSS für die Ikebana-Ausstellung an der GIARDINA 2011 haben die sechs Gruppenarbeiten der fünf Schulen unseres I.I.-Chapters eine anschauliche Präsentation der ziemlich großen Kreationen erreicht. Den 63‘000 Besuchern hat die Gestaltung gefallen und fragten oft: „Ist das auch Ikebana?“ Die luftige Bambusstangen-Konstruktion der SOGETSU-Schule lud jeden zur Besichtigung ein. In den drei großen, leichten, kugelförmigen, eingehängten Rutenkörben hatten neun Mitglieder Zierquittenzweige und zartrosafarbene Ranunkeln arrangiert.


An den beiden Längsseiten waren die umfangreichen Gemeinschaftsarbeiten der IKENOBO- und OHARA-Schule platziert. Die fünf Mitglieder der IKENOBO-Schule hatten, in Erinnerung an eine Gondelregatta in Venedig, einen breiten, schwarzen Aufbau errichtet. Die zwei großen Spiegel am Boden symbolisierten das Wasser und auf einem Bord standen schiffsförmige Gefässe in verschiedenen Richtungen und unterschiedlichen Grössen mit sehr kleinen Gestecken aus Anturium, Aspidistrablättern, Asparagus, Bromelien und Forsythien. An dem Ende stand ein grosses kreatives Rikka mit weitreichenden Tannenzweigen, ein Segel andeutend und leuchtend gelbe Forsythienzweige, die einem Sonnenuntergang glichen. Einen speziellen Platz hatten die fünf ADACHI-Mitglieder mit ihren fünf hohen, goldverzeirten Kartonröhren erhalten.


Kamen doch die beschwingten Linien der blühenden Prunus- und Kirschbaumzweige mit den knallroten Feuerlilien und den französischen, cremefarbenen, langen Tulpen vor der hellen Rückwand wunderbar zur Geltung. Trotz der vorgelagerten Steine mussten die Gäste an die Säulen klopfen und mit den Fingern und mit den Fingern schauen. In der Ecke vor dem Durchgang hatten sieben Mitglieder der OHARA-Schule unter der Leitung von Frau Hildegard Eilmann in einem hohen, schwarzen Gefäss ein Vasengesteck gestaltet. Sehr starke, gewundene Apfelbaumzweige ragten in die Höhe und reichten bis an den Boden. Zwischen den gefiederten Palmenblättern leuchteten viele weisse Orchideenblütenrispen wie ein Wasserfall hervor.


Drei Herren der OHARA-Schule hatten in drei riesigen, flachen, schwarzen Fünfeckschalen eine realistische aktuelle Landschaft gestaltet. Der skulpturale Aufbau von starken Wurzeln mit Föhren- Prunus- Weidenkätzchen- Mahonia- Hamamelis- und blühenden Camelienzweigen holten den Frühling herein.


Die streng aufgebauten, blumenkastenähnlichen, grünen Holzformen von der Stuttgarter Schule bildeten die Grenze in zwei Richtungen. Die drei Mitglieder aus Deutschland hatten zusammen gewachsene, dick bemooste Efeuranken mitgebracht und füllten flache, rechteckige Blechschalen, hohe, zylindrische Glasvasen mit Wasser, grünen Glasscherben, Moos und gelben prächtigen Orchideen. Mal sehen, was die Zukunft uns bringt.


Renate Beurer — Chronistin

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Workshop — Floating Flowers

18. April 2011


Am Montag, dem 18. April 2011 konnte die Präsidentin, Frau Angelika Kilp, die MISHO- Meisterin, Frau Regula Maier mit ihrer Assistentin Yvonne Trummer und 13 Teilnehmerinnen ( 3 Adachi, 2 Ikenobo, 2 Misho, 5 Ohara, 1 Sogetsu ) im Gemeinschaftszentrum Riesbach zum Workshop Floating Flowers Schwimmende Pflanzen in Glasgefässen begrüssen.


An jedem Platz lagen 2 Anturien und wir erhielten 2 Seiten mit Informationen über die Entwicklung und Formen der MISHO-Schule, sowie Anleitungen zum heutigen Thema. Die Art gehört in die JIYUBANA-Gruppe - der moderne, freie Stil - wo Holz, Metall, Plastik, Stoff, Licht etc. verwendet wird. Aber mindestens eine lebende Pflanze sollte vorhanden sein; sie kann gefärbt verformt, entfremdet sein oder in unerwarteter Kombination arrangiert werden. Dennoch müssen gewisse Elemente im Free Style enthalten sein: gerade, gebogene Linien, Flächen, markante Punkte in Form und Farbe.


Die Workshopleiterinnen hatten bereits verschiedene Wasserbeispiele vorbereitet. Besonders interessant war der Glaszylinder in einer grossen Kugelform, um den schwimmenden Pflanzen in dem engeren Zwischenraum weniger Bewegungsfreiheit zu geben. Die Teilnehmerinnen hatten verschiedene Glasgefässe mitgebracht, genügend Blumen und Blätter standen in Kübeln zur Verfügung und diverses Zusatzmaterial war vorhanden.


Die Meisterin erklärte uns die Technik: zuerst versuchen, Pflanzen trocken zu platzieren, dann zu zwei Drittel mit sauberen Wasser füllen. Stiele langer Anturiumblüten oder Papyrusgräser ganz vorsichtig knicken und am Vasenboden bzw.-Rand verspannen, schmale Typha-Blätter oder von Wasserlilien sanft an den Gefässrand schmiegen, bei festeren Aspidistra-, Philodendron-, Efeublätter Bleikügelchen aus dem Fischereibedarf klemmen oder mit Steinen an Nylonfäden in Position bringen. Prachtvolle Blüten, wie Gloriosa, Orchideen mit befestigten Perlen auf feinem Silberdraht beschweren, die gleichzeitig als Zierde wirken. Auch können abgezupfte Aspidistra Ranken und Drahtknäule als Halterung dienen.


Spannend war der Moment, als die Gefässe bis zum Rand mit Wasser aufgefüllt wurden, da geriet der Inhalt in Bewegung. Mit viel Geduld, Holzstäbchen und -kellen wurden die einzelnen Stücke vorsichtig an die richtige Stelle geschoben, gehoben und abgesenkt.


Nach leichten Korrekturen der Meisterin, gegenseitigem Betrachten und Fotografieren unserer Kreationen konnten wir die Leichtigkeit, Durchsichtigkeit und sogar bei zwei Vasen hintereinander den Durchblick beobachten. Auch haben wir die Spiegelung und die gebrochenen Linien durch das Gestaltungselement Wasser wahr genommen. Sogar mehrere Gefässe als Kombination in verschiedenen Höhen oder in Reihe wäre möglich.


Es war ein Erlebnis! Wir möchten uns bei der Workshopleitung, der Organisation, den Helfern und den Spendern für den feinen Imbiss bedanken.


Renate Beurer — Chronistin

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Workshop — Nageire mit unkonventionellem und pflanzlichem Material

21. Juni 2011


Am Montag, dem 21. Juni 2011 konnte die Präsidentin, Frau Angelika Kilp, den SOGETSU- Meister, Herrn Robert Obermaier und 10 Teilnehmerinnen ( 3 Adachi, 1 Ikenobo, 3 Ohara, 2 Sogetsu, 1 Stuttgarter Schule ) im Gemeinschaftszentrum Riesbach zum Workshop Nageire mit unkonventionellem und pflanzlichem Material begrüssen. Von fast allen Schulen unseres Chapters waren I.I.- Mitglieder (1 Gast) anwesend,erwähnte Frau Kilp zu Beginn. Herr Obermaier hatte 1967 das erste Mal Kontakt mit Ikebana, fand über ZEN-Buddhismus in Würzburg und Meditation den Weg zum japanischen Blumenstecken. Er unterrichtet zur Zeit die vergängliche Kunst, nimmt an Ikebana-Ausstellungen teil, gibt Workshops und vermittelt so Kenntnisse der asiatischen Kultur.


Es sollten wieder Glasgefässe (Keramik) mitgebracht werden, wenn möglich hohe zylindrische Vasen. An jedem Platz lagen 1 Anturienblüte und ein 50 x 50 cm grosses Stück Böschungs- matte als Ausgangsmaterial, das normalerweise beim Teichbau als Bodendämmung und zur Erdreichbefestigung verwendet wird.


Dieses schwarze, locker geschlungene, elastische Nylongeflecht sollte gleichzeitig als Dekorationselement und Halterung dienen. Zuerst musste von der Unterseite eine netzartige Folie ganz abgezogen werden und dann machte man sich Gedanken, für welche Form man sich entscheidet. Entweder schneidet man mit der starken Haushaltsschere strenge, geometrische Figuren, Schlitze, Streifen und Dreiecke, heraus, die manchmal an den Enden verbunden werden Oder es wird ein runder Bogen nach einer Kreisschablone als Vorlage geschnitten, die dann so schwingende Linien ergeben.


Bei beiden Arten werden Teile der Matte mit Hilfe von Einschnitten am Vasenrand durch Einklemmen hier befestigt. Oft bilden die beiden grossen Monsterablätter den leeren Raum und die Blüte setzt den Akzent. Besonders elegant wirkt die Kreation, wenn das Pflanzen- und Syntetikmaterial im oberen Teil des Gefässes schwebte, keine Stiele zu sehen waren und kleine aufsteigende Bläschen sichtbar wurden.


Obwohl alle Teilnehmerinnen dasselbe Material zur Verfügung hatten, entstanden wieder ganz unterschiedliche Schöpfungen, die ohne weiteres den Hutideen am Pferderennen in Ascot ähnelten.


Auf einer Drehscheibe betrachtete der Meister die Arrangemente gründlich von allen Seiten und nach dem Fotografieren wurden wir mit einem Glas Sekt „Fürst Metternich“ zum Abschluss sehr verwöhnt. Es war ein Vergnügen! Wir möchten uns bei dem Workshopleiter, der Organisation, den Helfern und den Spendern für den feinen Imbiss bedanken.


Renate Beurer — Chronistin

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Workshop — Gestaltung einer Klein-Landschaft als japanischen Mini-Garten

31. Okt. 2011


Am Montag, dem 31. Okt. 2011 konnte die Präsidentin, Frau Angelika Kilp, die SOGETSU- Meisterin vom Chapter Basel, Frau Elsbeth Lesmann und 6 Teilnehmerinnen ( 1 Adachi, 2 Ikenobo, 2 Ohara, 1 Stuttgarter Schule ) im Gemeinschaftszentrum Riesbach zum Workshop Gestaltung eines Japanischen Mini-Gartens begrüssen.


Frau Lesmann hat die Begeisterung für Steine von ihren Grossvätern geerbt: denn der eine war Strahler und der andere ein leidenschaftlicher Sammler im Jura, sogar seinen Grabstein hat er selber ausgewählt.


Steine haben ganz unterschiedliche Farben: je nach Material und Beschaffenheit mit diversen Metalloxyden durchsetzt. Ausserdem gibt es auch sehr verschiedene Formen: stark zerklüftete, gebrochene, gespaltene, grosse, kleine, flache und runde vom Wasser abgeschliffene.


Die Wiege der Gartengestaltung kommt aus China, über Korea und dann wurden in Japan in langer Zeit neue Formen entwickelt. Früher legte man in China bei der Geburt eines Kindes einen besonderen Stein in ein bestimmtes Gewässer und hoffte, dass das besondere Stück bis zur Volljährigkeit einen speziellen Ausdruck angenommen hat. Ausserordentlich interessante Exemplare werden auf passenden, teilweise geschnitzten Holzunterlagen mit einem Kiesbett oder in Wasserflächen gesetzt und von Kennern und Betrachtern des Suiseki (Steinsetzkunst) als Kunstwerk, oft in Verbindung mit Bonsai, bewundert.


In Japan werden Felsenküsten, Berge und Steine als Produkte der Natur geschätzt und für die Japaner besitzen auch sie , wie Bäume und alle anderen Pflanzen eine Seele. Frau Lesmann hat auf Reisen und Wanderungen gesucht, gesammelt und ausgewählt, ähnlich wie bei einem IKEBANA-Gesteck Äste, Zweige, Blätter, Blumen und Blüten zusammen gestellt werden.


Wir hatten Tablett/Schale mit Rand, Sand/Kies und Steine mitzubringen, Moos und Minitöpfe standen zur Verfügung. Für unseren Mini-Garten, nicht mit einem ZEN-Garten und seiner tiefen Bedeutung zu vergleichen, sollten nur unbearbeitete, nicht polierte Steine in natürlicher Form verwendet werden. Ovale Steine mit weisser Spitze symbolisieren Berge mit Schneekappen, weisse, waagerechte Flecken deuten Wolken- oder Nebelschwaden an, senkrechte Linien auf einem hohen Stein können einen Wasserfall darstellen, die als Furchen im Sand für einen Fluss weiterlaufen. Mit dem vorhandenen Rechenersatz kann man Linien in Wellen-,Wind-,Wolken- form oder Fischschuppenmuster erzeugen, annähernd Kimonostoffmuster. Führen die Rillen um einen Stein kreisförmig, bilden sie eine Insel, markieren auch eine Brandung an der steilen Küste, so wie kleine Kiesel ein flaches Ufer. Ein moosüberzogener Stein bildet einen Hügel.


Zur Gestaltung setzt man 3er Gruppen, einen grösseren Haupt- und 2 Nebensteine, die mit kleinblättrigen, kaktusartigen, dickfleischigen und igelartigen Pflanzen ergänzt werden.


Auf dem Rundgang beim gegenseitigen Betrachten haben die Teilnehmerinnen ihre Stimmung zu den eigenen Kreationen geschildert. Wir konnten eine Landschaft mit eingezäuntem Gelände und dürren Strauch, eine Bergwanderung von der Wiese über markante Steine auf Serpentinen hinauf in die Höhe, Klippen am Strand, ein ausgetrocknetes Flussbett in der Wüste, die Zone der Baumgrenze und den Abendspaziergang zum See nach getaner Arbeit erkennen.


Zum Schluss möchten wir uns bei der Workshopleiterin für die gelungene Idee, der Creme, der Organisation, den Helfern und den Spendern für den feinen Imbiss bedanken.


Renate Beurer — Chronistin

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